Tiefdruck
Wie der Name schon sagt, liegen bei diesem Druckverfahren die Bildstellen unter den nicht druckenden Partien. Die druckenden Elemente liegen in der Druckform vertieft. Was nicht drucken soll, liegt darüber auf gleicher Ebene. Nach dem vollflächigen Einfärben der Druckform wird die Oberfläche farbfrei gerakelt. Nur in den Vertiefungen, den Druckelementen, ist nun noch die Druckfarbe vorhanden. Das Druckbild setzt sich aus vielen winzigen Vertiefungen, den so genannten Näpfchen, zusammen.
Bei der elektromechanischen Gravur erzeugt ein Diamantstichel auf Grund digitalisierter Gravurdaten die druckenden Elemente auf dem Zylinder. Ist der gravierte Druckformzylinder fehlerfrei, wird er elektrolytisch verchromt und ist damit druckfertig.
Im Rastertiefdruck entstehen die Tonwertunterschiede durch unterschiedlich tief ausgeätzte oder gravierte Rasternäpfchen im Zylinder. Beim Druckvorgang werden aus diesem Näpfchen die jeweilige Menge Farbe direkt auf das Papier übertragen, so dass man Tonwertunterschiede erkennen kann. Die dünnflüssige Druckfarbe gelangt über den in der Farbwanne rotierenden Druckzylinder in die Rasternäpfchen. Ein Rakelmesser rakelt die überschüssige Farbe von der Zylinderoberfläche (nicht druckenden Elemente) ab. Die unterschiedliche Farbkraft ergibt sich dabei aus der Tiefe der Rasternäpfchen.
Direkt nach der Druckzone schließt sich eine Trockenkammer an, in der die frisch bedruckte Papierbahn getrocknet wird. Im Gegensatz zum Offsetdruck muss die Papierbahn trocken sein, bevor der nächste Druck erfolgt.
Im Vergleich zur relativ komplizierten und aufwändigen Druckformherstellung zeichnet sich der Rotationstiefdruck durch einen einfachen und sicher zu handhabbaren Verfahrensablauf aus. Zeitschriften und Kataloge können mit Bahngeschwindigkeiten von 15 m/s und Bahnbreiten von 3,5 Metern umweltschonend und wirtschaftlich gedruckt werden. Zeitschriften-Tiefdruckrotationen sind die Jumbos unter den Druckanlagen.
Für den Tiefdruck wird man sich immer dann entscheiden, wenn Prospekte oder Zeitschriften in sehr großen Auflagen gedruckt werden sollen. Auch die Versandhauskataloge werden zumeist im Tiefdruck hergestellt. Die verhältnismäßig hohen Grundkosten für die Reproduktion und Formherstellung werden bei großen Auflagen aufgefangen. Ein besonderer Vorzug des Tiefdrucks ist eine konstante Farbhaltung über sehr große Auflagenstrecken.
Der industrielle Tiefdruck eignet sich - je nach eingesetzter Druckmaschinentechnik - für den Druck von umfangreichen Katalogen und Illustrierten in sehr hohen Auflagen, aber auch für hochwertigen Verpackungsdruck sowie Dekor-, Tapeten- und sogar Wertpapierdruck.